Das Ziel der Investor Relations per Definition ist es, der Financial Community transparent und vollumfänglich alle Informationen zur Verfügung zu stellen, anhand derer sie die Entwicklung des Wertes eines Unternehmens einschätzen kann.

Eine solch umfassende Informationspolitik und ein reger Austausch mit den Stakeholdern zahlen sich für die Unternehmen aus. Denn sie sind Grundvoraussetzung, um sich einen Vertrauensbonus am Kapitalmarkt zu verschaffen und sich damit aussichtsreich im harten Wettbewerb um Investoren und Fremdkapital zu positionieren. Strategisch von ausgesprochen großer Bedeutung ist die Steigerung des Umsatzes der gehandelten Aktien, um Kursschwankungen durch zu niedrige Umsätze bzw. eine Unterbewertung zu vermeiden. Ebenso trägt eine transparente Kommunikation dazu bei, dass die IR-Verantwortlichen die Investoren des Unternehmens genau kennen, was vor allem die gezielte Ansprache erleichtert.

Öffnung der Märkte

Die internationalen Informations- und Transparenzanforderungen werden jedoch immer komplexer, umso wichtiger sind Investor Relations in den Ländern der Nahost-Region. Wurde der Markt vor Jahren noch eher lokal gesehen, so öffnen sich Unternehmen nun mehr und mehr auch für internationale Investoren. Gründe dafür liegen vor allem im Bedarf an frischem Kapital. Die Notwendigkeit, die internationalen Kommunikationsstandards zu erfüllen, mussten Unternehmen im Nahen Osten erst erkennen, doch Schritt für Schritt bekommen Investor Relations in der Region einen deutlich höheren Stellenwert.

Die Rolle der Börsenbetreiber

Aber nicht nur die Unternehmen sind gefragt. Auch die Börsenbetreiber selbst stehen in der Verantwortung, ein attraktives Umfeld für internationale Investoren zu schaffen. Viele haben das bereits verstanden. Beispielsweise hat die Qatar Stock Exchange gemeinsam mit Iridium Investor Relations ein Programm für ihre Emittenten aufgelegt, das hoffentlich Schule macht: mit ihrem IR Excellence Program wird die Professionalität der Investorenkommunikation beurteilt, um Best Practise in der IR-Arbeit zu erkennen, deren Umsetzung zu honorieren und andere Unternehmen zu ermutigen, sich daran zu orientieren. Die Auswertung zeigt, dass vor allem eine hochwertige Unternehmenspräsentation und die Bereitstellung von Informationen in digitalen Medien wichtig sind und als vertrauenswürdig eingestuft werden.

Tipps für IR Manager

Darüber hinaus wird in Zukunft der Zugriff auf internationale Verbreitungsnetzwerke an Bedeutung gewinnen, um internationale Medien und Investoren umgehend, zeitgleich und zielgerichtet zu erreichen.

Das Gute: heutige Technologien ermöglichen es, die IR schnell und effizient auf ein professionelles Niveau zu heben und so auch schon kurzfristig Erfolge zu erzielen. Unternehmen im Nahen Osten, die ihre IR ausbauen und der Transparenz einen höheren Stellenwert einräumen wollen, können daher mit wenigen einfachen Schritten zum Ziel kommen – hier meine Empfehlungen:

  • Denken Sie global und orientieren Sie sich an weltweiten Transparenzstandards: Dazu gehören eine regelmäßige Nachrichtenverbreitung sowie eine ansprechende Präsentation des Unternehmens in den Medien.
  • Setzen Sie moderne IR-Tools ein: Technologie hilft Ihnen, die gestiegenen Herausforderungen zu managen und Prozesse der täglichen IR-Arbeit schlank und effizient zu gestalten.
  • Arbeiten Sie mit international erfahrenen Partnern zusammen: Diese kennen die Anforderungen von internationalen Investoren und helfen Ihnen, typische Fehler in der Ansprache Ihrer Stakeholder zu vermeiden.