Haben Sie jemals nach den Begriffen „Mehr Besucher auf meine Website“ gegoogelt? Nein? Tun Sie es nie. Das Internet ist voll mit unseriösen Angeboten und zweifelhaften Ratschlägen dazu, wie man mehr Besucher auf die eigene Website bekommen könnte.

Trotzdem stecken gerade in einer IR-Website viel Arbeit, viel Zeit und viele Ressourcen und Sie würden sich ganz bestimmt freuen, wenn diese Leistung auch das Interesse der Investoren, Analysten und anderen Zielgruppen weckt. Wie bekommen Sie also mehr Besucher auf Ihre IR-Website?

Aktuell ist klar, aber bitte auch interessant

Klingt offensichtlich, ist aber eine der größten Schwachstellen von IR-Websites. Weit verbreitet ist die Annahme, dass eine IR-Website nur nüchterne Zahlen, den 223-seitigen Geschäftsbericht als PDF und die neuesten Ad-hoc-Mitteilungen zeigen sollte. Völlig falsch! Auch Investoren und Analysten wollen emotional angesprochen werden, wollen Geschichten lesen und sehen, die Vision des Managements verstehen. Aktienpreise repräsentieren die Zukunft, also zeigen Sie den Besuchern, wie Ihr Unternehmen die Zukunft gestalten will. Arbeiten Sie mit knackigen Claims & Argumenten, aussagekräftigen Grafiken und inspirierenden Videos. Im Geschäftsbericht tun Sie das idealerweise schon, und den lesen garantiert weniger Menschen als Ihre IR-Website.

Interaktivität

Eine Grundweisheit der „Customer Experience“ besagt: Erfüllen Sie die Erwartungen Ihrer Kunden nicht nur, sondern übertreffen Sie sie. Für Sie als IR-Manager bedeutet das: Überraschen Sie Ihre Besucher! Interaktive Grafiken, Kennzahlentools, Chartanalysen, Animationen auf der Website – natürlich alles geschmackvoll und in Maßen, aber nichts ist langweiliger als eine Textwüste nach der anderen.

Social Media

So sicher wie das Amen in der Kirche ist der alljährliche Konferenz-Vortrag zum Thema „IR und Social Media“. Und so richtig glaubt ja doch kaum ein IR-Manager dran, dass Social Media für sie oder ihn relevant sein könnte. Es kommt aber auf das „Wie“ an – natürlich müssen Sie keine Fotos von Ihrem CEO mit Hasenohren auf Snapchat veröffentlichen. Aber eine sorgfältig gestaltete Grafik mit dem EBIT-Anstieg im vergangenen Jahr auf LinkedIn, mit Link zum Online-Geschäftsbericht? Volltreffer. Wenn Kollegen und Multiplikatoren aus Ihrem Netzwerk das Ganze teilen, umso besser.

Das technologische Minimum

Noch immer gibt es IR-Websites, die nicht responsiv sind – sich also nicht automatisch an verschiedene Display-Größen anpassen. Im Zeitalter mobiler Internetnutzung ein absolutes No-Go. Durch eine IR-Website zu navigieren, sollte auf dem Smartphone genauso einfach sein wie am Desktop-Rechner. Natürlich sollten auch dieselben Inhalte zu finden sein, aber auf das jeweilige Device angepasst. Berücksichtigen Sie auch die Ladezeiten  und vermeiden Sie exotischen Flash-, Java- oder sonstige Plugins. Nutzer sind schnell wieder verschwunden, wenn das Besuchen der Seite keinen Spaß macht – und kommen selten wieder.

SEO und Analysetools

Mit CEOs haben Sie jeden Tag zu tun, für die IR-Website ist allerdings SEO mindestens genauso wichtig. SEO steht für „Search Engine Optimization“ und ist mittlerweile eine Wissenschaft für sich. Für den IR-Bereich wichtig: „Normalen“ Text auf einer Website kann eine Suchmaschine besser lesen als PDF-Dateien. Und Bilddateien kann sie gar nicht lesen, daher sollten Grafiken mit entsprechenden Beschreibungen versehen sein. Regelmäßige Aktualisierungen der Inhalte werden von Suchmaschinen belohnt. Generell kann es sinnvoll sein, die IR-Website mal mit einem SEO-Experten durchzugehen – es findet sich immer Optimierungspotenzial.

Genauso wichtig wie SEO ist die Analyse der Besucher. Wonach suchen Besucher, die dann in Ihrem IR-Bereich landen? Woher kommen sie? Wie lange verweilen sie auf welchen Unterseiten? Diese Daten helfen sehr dabei, die IR-Website zu verbessern und damit mehr Besucher anzusprechen.

Und wozu das alles?

Bleibt die Frage: Was bringt’s? Wozu Geld und Zeit investieren? Nur um die Besucherstatistik zu verbessern? Nun ja: Das Grundziel von IR ist das Senken der Kapitalkosten. Je mehr Investoren und Analysten Sie für Ihr Unternehmen begeistern können, umso größer sind die Chancen dafür.

Und die IR-Website ist dafür ein zentraler Baustein: Was machen Ihre (potenziellen) Investoren und Analysten, wenn sie erstmals von Ihrem Unternehmen hören oder detailliertere Inhalte suchen? Genau – sie gehen auf Ihre Website. Und die Erfahrung auf der Website hat Einfluss darauf, ob sie dann einen Schritt weiter gehen – den IR-Manager anrufen, investieren oder die Coverage aufnehmen. Sie sollten Ihren Zielgruppen deshalb eine fantastische erste Erfahrung auf der IR-Website bieten. Es zahlt sich aus.

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