Seit rund einem Jahr sind wir nun mit einem Büro in New York vertreten. Der Eintritt in den wichtigsten Finanzmarkt der Welt ist ein echter Meilenstein für unser Unternehmen! Deshalb habe ich die letzten neun Monate in den USA verbracht und diesen Markt noch besser kennenlernen können. Dazu habe ich viele Gespräche mit Kunden, Interessenten und Partnern geführt – und einiges mitgenommen:

  • Die Aufgaben des Investor Relations Officers (IRO) in den USA unterscheiden sich stark von denen in Kontinentaleuropa. Denn in den USA ist der IRO voll auf den Kontakt zu institutionellen Investoren fokussiert. Der IRO in Europa hingegen hat eine viel größere Zielgruppe mit Informationen zu versorgen. Dies geschieht allerdings meist auf Abruf. Entsprechend professionell sind Investor Relations-Auftritte in Europa – vergleichbar mit einem gut aufgestellten Shop. Der IRO in den USA hingegen kontaktiert seine deutlich kleinere Zielgruppe direkter und aktiver – vergleichbar mit einem Key Account Manager der aktiv an Kunden verkauft.
  • In den USA sind deutlich mehr Abteilungen in die Finanzkommunikation eingebunden: PR übernimmt die News, Corporate Communications ist verantwortlich für Website und Geschäftsbericht und Legal und Compliance sind ebenfalls stark mit den Finanzmärkten in Kontakt. In Europa bündeln viele Emittenten all das zentral in Investor Relations. Logisch, dass IR-Abteilungen in Europa oftmals größer sind.
  • Unterschiede zeigen sich nach meinem Eindruck auch in der Arbeitskultur. So sorgen die in den USA oft schnelleren Personalwechsel auch in Investor Relations teils für ein verstärktes Sicherheitsdenken, was leider zu Lasten von Innovationen geht.
  • Weiter sind US-IROs dafür in der Analyse und der zielgerichteten Ansprache von Investoren. Auch der Einsatz von digitalen Analytics- und Targeting-Tools ist hier schon deutlich etablierter. Europa ist da (noch) zurückhaltend. Europäische Unternehmen weisen dafür vor allem bei der Präsentation (IR Website, digitaler Geschäftsbericht) einen höheren Professionalisierungsgrad auf, was Awards auch immer wieder bestätigen.

Was können die Märkte voneinander lernen?

Insbesondere das Investor-Targeting ist ein Punkt in dem Europa im Wettbewerb um internationale Investoren aufholen muss. Wir erwarten dies als eines der Trendthemen der nächsten Jahre. Die US-Kollegen hingegen können in der Unternehmenspräsentation noch aufholen – hier erwarten europäische Investoren mittlerweile andere Standards. Und Wachstumsmärkte wie Asien oder der Mittlere Osten? Diese orientieren sich am besten an den Best Cases aus beiden Märkten – und holen sich Unterstützung von international erfahrenen Dienstleistern.

Und was haben wir als EQS Group gelernt?

Für uns als Unternehmen ergeben sich drei wichtige Erkenntnisse:

  1. Wie in all unseren Märkten zeigen sich auch in den USA lokale Besonderheiten. Das bestätigt uns darin, auf Präsenz an den wichtigsten Finanzmärkten zu setzen. So können wir die lokalen Anforderungen berücksichtigen und dennoch auf die Power und Lösungen eines globalen Dienstleisters zurückgreifen.
  2. Märkte weisen einen unterschiedlichen Professionalisierungsgrad der Finanzmarktkommunikation auf. Mit unseren globalen Erfahrungen können wir helfen, voneinander zu lernen und global ein höheres Niveau zu erreichen.
  3. Anders als in Kontinentaleuropa kommunizieren in Amerika deutlich mehr Unternehmensbereiche mit Investoren. Dies bedarf gut abgestimmter Workflows und sorgt für entsprechende Herausforderungen. Daher werden wir in Zukunft neben Investor Relations auch verstärkt Lösungen für Communications- und Compliance-Manager entwickeln. Und so die Unternehmen insgesamt noch besser unterstützen!

Nun bin ich zurück in unserer Zentrale in München und blicke auf eine spannende Zeit in einer tollen Stadt und mit einem tollen US-Team zurück. Und mit diesen „Lessons Learned“ freue mich darauf, gemeinsam mit unserem Kollegen auf der ganzen Welt noch stärkere Lösungen für Investor Relations, Communications und Compliance zu entwickeln.

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