Im Gespräch mit unseren Kunden erleben wir immer wieder eine leichte Verunsicherung, wenn Prognoseänderungen gemeldet werden müssen. Solch eine Änderung ist in der Regel ein meldepflichtiger Vorgang und hat eine Ad-hoc-Mitteilung zur Folge.

Zum Jahresabschluss wollten wir wissen, wie oft solche Prognoseänderungen eigentlich auftreten. Dazu haben wir uns alle Ad-hoc-Mitteilungen, die über unser Newswire (repräsentiert die Pflichtmitteilungen von knapp 96% der im Prime Standard notierten Unternehmen) verbreitet wurden, angeschaut. Und unsere Auswertung zeigt: Prognoseänderungen sind kein ungewöhnlicher Vorgang! Knapp 30% der Emittenten im Prime Standard änderten nachträglich ihre Prognosen. Und dieser „Trend“ lässt sich auch innerhalb der gesamten DAX-Familie beobachten, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Auch im DAX30 musste mehr als ein Drittel der Konzerne ihre Guidance für 2017 in den vergangenen zwölf Monaten anpassen – allerdings auch aufgrund einer Besonderheit: die US-Steuerreform. Als Reaktion darauf veröffentlichten mit Fresenius, BMW, Fresenius Medial Care und Daimler gleich vier DAX-Konzerne kurz vor Weihnachten eine Prognoseänderung und erhöhten damit signifikant den Anteil der Prognoseänderungen im DAX30 (von 23,3 % auf 36,6 %). Dieses Beispiel zeigt, dass oft auch externe Faktoren Grund einer Prognoseänderung sind.

Darüber hinaus ist es nicht auszuschließen, dass auch in den ersten Monaten des neuen Jahres, bis zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen, noch einige Prognosen für 2017 korrigiert werden. In jedem Fall bleibt festzuhalten: Ad-hoc-Mitteilungen aufgrund einer Prognoseänderung treten öfter auf als erwartet.

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