Seit Anfang Januar sollen die neuen EU-Vorschriften der MiFID II für mehr Transparenz auf dem Finanzmarkt sorgen. Eine der wichtigsten Neuerungen ist in diesem Zusammenhang der verpflichtende Einsatz des Legal Entity Identifiers (kurz: LEI). Diese weltweit standardisierte Finanzkennnummer sollte mit Beginn des Jahres 2018 zur Voraussetzung meldepflichtiger Finanzgeschäfte werden. Allerdings sorgt das offizielle Statement der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), das kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurde, bei vielen Rechtsträgern für Verwirrung. In diesem gewährt der europäische Markthüter allen Teilnehmern am Finanzmarkt einen vermeintlichen Fristaufschub von 6 Monaten. Doch was sind die Gründe dafür und was bedeutet das für die einzelnen Rechtsträger?

Der LEI-Fristaufschub in der Praxis

Die Entscheidung der ESMA klingt, als seien noch bis Mitte 2018 meldepflichtige Geschäfte ohne LEI möglich – ganz so einfach ist es jedoch nicht. Zwar dürfen Banken meldepflichtige Geschäfte auch ohne LEI durchführen. Sie müssen zuvor jedoch die grundsätzliche LEI-Fähigkeit des Finanzmarktteilnehmers überprüfen – und dann in dessen Namen den Identifikationscode beantragen. Ich würde diese Regelung daher auch nicht als Fristverlängerung bezeichnen, sondern eher als Übergangslösung.

Konkret bedeutet diese Interimslösung, dass Banken von ihren Kunden die gleichen Unterlagen wie die LEI-Vergabestellen benötigen – und zusätzlich eine Vollmacht. Es ist für die Finanzmarktteilnehmer also keine Vereinfachung des Verfahrens, sondern eher mit Mehraufwand verbunden.

Doch warum war diese Übergangslösung überhaupt notwendig? Ende des vergangenen Jahres, als die Deadline des 3. Januar 2018 immer näher rückte, stieg die Zahl der LEI-Beantragungen weltweit rasant an. So stark, dass einige Vergabestellen, unter anderem die Börse London, frühzeitig warnten, dass eine rechtzeitige Bearbeitung der Anträge nicht mehr möglich sei. Darauf hat die ESMA dann reagiert.


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Legal Entity Identifier schnell beantragen

Auch wenn mittlerweile knapp 900.000 LEI ausgestellt wurden, ist aus unserer Sicht immer noch keine ausreichende Abdeckung erreicht. Schließlich besteht die LEI-Pflicht bei meldepflichtigen Geschäften nicht nur für normale Unternehmen, sondern auch für Investmentfonds, Stiftungen, Versicherungen oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Ebenso benötigen alle Vereine, die am Kapitalmarkt aktiv sind die Finanzkennnummer – auch die ganz kleinen, da bei den Finanzgeschäften keine Bagatellgrenze vorgesehen ist. Insgesamt kommen da schon viele Rechtsträger zusammen, die noch nicht mit einem LEI versorgt sind.

Ich kann deshalb nur allen Rechtsträgern, die noch keine LEI besitzen, raten, sich auf keinen Fall zurückzulehnen, sondern schnellstmöglich ihre Finanzkennung zu beantragen. Ansonsten tappen Sie in die gleiche Falle wie im Dezember und laufen im Sommer erneut Gefahr, ohne LEI dazustehen. Es ist kaum anzunehmen, dass die Regulierungsbehörden dann noch einmal so nachsichtig reagieren werden angesichts der langen Vorlaufzeit. Unser Angebot: Mit dem EQS LEI MANAGER sind wir darauf vorbereitet, den LEI innerhalb von 24 Stunden zu vergeben – auch bei einer großen Zahl von Beantragungen.