Der Sensorenhersteller Sensirion, ein Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich, hat Ende März 2018 seine Aktien erfolgreich an die Schweizer Börse gebracht. Im Gespräch erläutert Kommunikationschef Andreas Meile, weshalb sein Unternehmen ein Innovations-Champion ist und den Standort Schweiz liebt.

Andreas Meile, was ist Sensirion?
Andreas Meile: Sensirion ist Innovation. Wir sind ein Spin-off der Eidgenössisch Technischen Hochschule ETH Zürich, das 1998 von Moritz Lechner und Felix Mayer, damals beide Doktoranden der Physik, gegründet worden ist. Heute ist Sensirion ein weltweit führender Hersteller von digitalen Mikrosensoren und Mikrosystemen für die Automobilindustrie, Medizinaltechnik, Industrie und Unterhaltungselektronik, der im letzten Jahr 148 Millionen Franken Umsatz erzielte und rund 735 Mitarbeitende beschäftigt. Unsere Sensoren werden hauptsächlich ins Ausland exportiert und mehr als 20% des Umsatzes werden in die Forschung und Entwicklung investiert.

Was fasziniert Sie an Ihrem Unternehmen?
Andreas Meile: Seit der Gründung haben wird die Nähe zur ETH und den dort herrschenden Pioniergeist stets gepflegt. Absolventinnen und Absolventen kommen nach dem Doktorat direkt zu uns. Sie finden hier ein Betriebsklima mit flachen Hierarchien, viel Freiraum für die Forschung und Entwicklung und der damit verbundenen und notwendigen Fehlerakzeptanz. Dank dieses Innovationsspirit gelang es uns in all den Jahren, die digitale Sensorik stets auf das nächste Level zu heben und damit die führende Stellung auf dem Weltmarkt auszubauen. Diese Unternehmenskultur fasziniert mich.

Es scheint somit, dass Sie den Standort Schweiz lieben?
Andreas Meile: Ja klar. Mit der EPFL Lausanne, der ETH Zürich und den verschiedenen Fachhochschulen besitzen wir in der Schweiz eine hervorragende Hochschullandschaft. Das sind ideale Voraussetzungen für den Erfolg eines forschungsintensiven Unternehmens.

Am 22. März 2018 sind die Aktien von Sensirion erstmals zum Handel an der SIX Swiss Exchange zugelassen worden. Weshalb hat das Unternehmen 20 Jahre bis zum Börsengang gewartet?
Andreas Meile: Sensirion ist bisher kontinuierlich und meistens organisch gewachsen. Das wollen wir auch weiterhin tun. Der Börsengang und die neuen Mittel erlauben uns sowohl mehr Flexibilität bei der künftigen Finanzierungs- und Unternehmensstrategie als auch weitere Wachstumsmöglichkeiten. Letztere können auch Akquisitionen umfassen, die unser gegenwärtiges Technologie-Portfolio und Produktangebot ergänzen oder erweitern.

Wie haben Sie die Vorbereitung des Börsengangs erlebt?
Andreas Meile: Das war für uns Neuland. Als privates Unternehmen konnten wir in der Kommunikation stets selber entscheiden, was wir machen wollen und was nicht. Und da wir fast ausschließlich exportieren, waren unsere Zielgruppen vorwiegend im Ausland. Das ändert sich, wenn man an die Schweizer Börse will. Dann gilt es, mannigfaltige rechtliche Regeln, namentlich die Ad-hoc-Kommunikationsvorschriften, einzuhalten und die Beziehungen zu den maßgebenden Schweizer Medien zu entwickeln. Wir informierten uns, wie andere Unternehmen vorgegangen sind und über entsprechende Partnerfirmen. In diesem Zusammenhang sind wir dann auch auf die EQS Group gestoßen.

Nutzen Sie neben den Pflichtkommunikationskanälen auch die sozialen Medien?
Andreas Meile: Unser Unternehmen nutzt im Bereich der Marketingkommunikation, der Markenpflege und im Arbeitsmarkt alle wichtigen sozialen Medien wie LinkedIn, Twitter, Facebook oder YouTube. Jetzt nach dem Börsengang müssen wir prüfen, wie wir die sozialen Medien im Rahmen der Investor Relations anwenden werden. Es geht hier vor allem darum, wie sich im Rahmen der Ad-hoc-Regeln bei geeigneten sozialen Medien Blogs, Kommentarfunktionen sowie Diskussionen mit den Zielgruppen einbauen lassen. Das wollen wir als traditionell innovatives Unternehmen vorantreiben.


Andreas Meile hat an der Universität Zürich den Master in Medien- und Kommunikations- wissenschaften erworben. Er war während seiner Studien auch am Forschungsinstitut des verstorbenen Soziologieprofessors Kurt Imhof tätig. Bevor er 2011 als »Head Marketing & Communications« zu Sensirion stieß, arbeitete er viele Jahre in der Kommunikation von Siemens Schweiz.


Disclaimer: Sensirion ist seit dem Börsengang Kunde der EQS Group und nutzt zum Beispiel unser EQS COCKPIT zur Erfüllung von Meldepflichten an der Schweizer Börse.