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    Ein professioneller Eindruck benötigt einen professionellen Ausdruck

    Im Interview spricht Christian Hillermann von IRprint mit uns über die Entwicklung von gedruckten Geschäftsberichten.

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    Wir haben uns mit Herrn Christian Hillermann von IRprint über die Entwicklung von gedruckten Geschäftsberichten ausgetauscht.

    Picture of Christian Hillermann from Hillermann Consulting
    Christian Hillermann
     

    Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Berichte. Aber dennoch sind gedruckte Berichte gelegentlich notwendig. Für welche Zielgruppen sind gedruckte Reports noch notwendig?

    Christian Hillermann: Die Wirkung von Druckerzeugnissen ist in vielerlei Hinsicht von enormer Bedeutung und wird nach unserer Meinung auch im Zeitalter der Digitalisierung nicht wegzudenken sein. Der gedruckte Bericht wird weiterhin Bestand haben, denn für einen professionellen Eindruck wird auch ein professioneller Ausdruck benötigt.

    Gerade für börsennotierte Unternehmen, die gegenüber der Financial Community regelmäßig reporten und ihre Zahlen veröffentlichen müssen, ist die psychologische Wirkung eines gedruckten Berichtes nicht zu unterschätzen. Denn mit einem gedruckten Bericht, können Unternehmen nicht nur optisch, sondern auch haptisch beeindrucken und Investoren, Analysten, Medienvertreter und Aktionäre emotional erreichen. Das bedruckte Papier nimmt hierbei die Rolle des Informationsträgers ein und kann alleine mit seiner Haptik ein besonderes Lese-Erlebnis vermitteln, was sich auf das Image des Unternehmens überträgt. Mit der Auswahl des Papiers und verschiedenen Veredelungsoptionen der Oberfläche bietet sich zudem eine Vielzahl an Möglichkeiten an, sich positiv von der Masse abzusetzen.

    Die Emittenten werden damit greifbarer für ihre Aktionäre, aber auch für Analysten, die weiterhin zum Teil noch gedruckte Berichte wünschen.

    Anfang der 2000er Jahre haben viele Emittenten noch eine Druckauflage von z.T. weit über 10.000 Exemplaren je Geschäftsbericht gehabt. Haben Sie einen Überblick, wie hoch die Auflagen für Geschäftsberichte heutzutage sind?

    Christian Hillermann: Wir schätzen, dass die Auflage von Geschäftsberichten im Vergleich zu Anfang der 2000er Jahre um mehr als 40 Prozent geschrumpft ist. Das hat mehrere Gründe: Ein Grund ist in der Digitalisierung zu sehen, denn vielen Interessenten reicht ein PDF-Dokument auf der Website heutzutage aus. Einen weiteren Grund stellen die deutlich verfeinerten Möglichkeiten des Druckverfahrens dar. Wurden früher Geschäftsberichte in großen Stückzahlen im Offsetdruck produziert, erfreut sich heute der Digitaldruck großer Beliebtheit. Er bietet große Flexibilität und ermöglicht personalisierte und individualisierte Produkte verschiedenster Art. Darunter ist auch der digitale Fotodruck, der zunehmend gefragter wird und gestochen scharfe und lebendige Bilder bietet. Zudem sind mit dem Digitaldruck deutlich geringere und bedarfsgerechtere Auflagen produzierbar mit geringeren oder gar keinen Lagerkosten.

    Sie bieten „Print-on-demand“-Services für Emittenten an. An wen richtet sich Ihr Angebot insbesondere und was sind die Einsatzgebiete?

    Christian Hillermann: Insbesondere sprechen wir börsennotierte Unternehmen an. Der Geschäftsbericht ist die Visitenkarte der Aktiengesellschaften und erzeugt mit seiner Optik und einer guten Gestaltung zunächst einen positiven ersten Eindruck. Das schnelle Auffinden der wesentlichen Informationen durch ein strukturiertes Layout und eine angemessene Leseführung sowie die Haptik und die Auswahl des Papiers, die Weiterverarbeitung, Veredelung und schließlich die Druckqualität führen zu einer besseren Bewertung des Geschäftsberichts und implizit des Unternehmens.

    Dies bezieht sich auf sämtliche geschäftliche Dokumente wie Borschüren, Fact Books oder Unternehmenspräsentationen, auf deren Produktion wir uns spezialisiert haben. Mit dem „Print-on-demand“ nutzen wir die Möglichkeit des Digitaldruckverfahrens. Druckauflagen ab 1 Stück, Flexibilität bei der Nachbestellung weiterer Exemplare sowie Kosteneinsparungen durch den Wegfall überflüssiger Kosten für die Produktion, Lagerung und Entsorgung überschüssiger Exemplare sind nur einige Vorteile, die der Digitaldruck mit sich bringt.

    Mit „Print-on-demand“ bieten wir einen zusätzlichen Service für Emittenten an, die Vermarktung Ihrer gedruckten Berichte flexibel zu gestalten. Schließlich empfehlen wir auch aus Nachhaltigkeitsgründen zunächst in geringeren Stückzahlen zu produzieren und bei Mehrbedarf entsprechend kurzfristig nachzudrucken, was sich mit „Print-on-demand“ wunderbar realisieren lässt.

    Offset-Druck ist ja sehr vielfältig einsetzbar. Beim Digitaldruck gibt es gewisse Grenzen. Was sind diese?

    Christian Hillermann: Das stimmt, der Offset-Druck bietet umfassende Einsatzmöglichkeiten, viele davon kann auch der Digitaldruck meistern. Doch trotz all seiner Vorteile bleiben einige Grenzen bis jetzt unüberwindbar.

    Besticht der Digitaldruck bei geringen Auflagen noch mit herausragender Qualität und Flexibilität in der Auftragsstellung, so stellt eine Auflagen von mehr als 1.000 Stück das erste Hindernis dar. Daher bietet sich der Digitaldruck eher für geringere Stückzahlen an.

    Eine weitere natürliche Grenze stellen Etiketten und Stempel dar, deren spezifischen Anforderungen der Digitaldruck nicht gerecht werden kann. Veredelungen, Einleger, Griffregister werden üblicherweise ebenfalls eher im Offset-Verfahren produziert. Und wenn eine bestimmte Pantone-Farbe verwendet werden muss, geht das natürlich nicht im Digitaldruck.

    Letztlich lässt sich aber festhalten, dass dank seiner bestechenden Qualität der Digitaldruck, der Leistungsfähigkeit des Offset-Drucks ebenbürtig ist. Aufgrund der beiden unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten und der Vielseitigkeit unserer Aufträge, setzen wir bei IRprint auf einen Mix aus beiden Druckmethoden, um für jeden Kunden die optimale Produktion und ein Maximum an Qualität gewährleisten zu können.

    Sehen Sie einen Trend in Bezug auf Geschäftsberichte in einer zunehmend digitalisierten Welt?

    Christian Hillermann: In Bezug auf Geschäftsberichte wird der Trend unserer Ansicht nach in eine crossmediale Berichterstattung gehen, so dass Unternehmen alle Möglichkeiten (Digital, Print, Online) zur Übermittlung von Informationen nutzen werden, um Ihre Leserschaft optimal zu bedienen. Die Vorteile eines gedruckten Geschäftsberichts sind die gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. Es wird immer wieder berichtet, wie viel angenehmer das Lesen vom Papier ist, als vom Bildschirm. Auch im Zeitalter von E-Books ist und bleibt das Leseerlebnis mit Papier weiterhin unübertroffen. Markieren, Notieren und Kommentieren geht heutzutage zwar auch digital per Touchpen, jedoch bleibt der harte Kern der Füllfederhalter und Highlight-Markierer bestehen, der es genießt sein Gedankengut per Hand und mit Tinte auf Papier zu verewigen.

    Die Zielgruppe ist also heterogen und jeder Leser wünscht sich eine individuelle Ansprache. Wir sprechen uns deshalb für einen Medien-Mix aus, da es die die Stärken der jeweiligen Medienformate kombiniert und somit größtmögliche Benutzerfreundlichkeit bietet. Durch diesen Trend zum Medien-Mix ist auch in Zukunft der Fortbestand der gedruckten Geschäftsberichte in Koexistenz mit der digitalen Welt gewährleistet, zu unserer Freude, doch vor allem zur Freude der Zielgruppe.

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    Released:
    May 16, 2017
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    Updated:
    May 16, 2017