Die ersten Monate des Jahres haben meiner Meinung nach nochmal drei Trends, welche die digitale Investor Relations Szene weiter prägen werden, verdeutlicht: Digitalisierung, Regulierung und Globalisierung.

1. Digitalisierung: Big Data, KI und Effizienz

Immer mehr Unternehmen rüsten sich für den digitalen Wandel: das betrifft Geschäftsmodelle und Arbeitsabläufe, auch Investor Relations. Das war vor 17 Jahren, als ich die EQS Group gegründet habe, übrigens noch anders. Digitale Investorenkommunikation war Neuland. Heute kann man sagen: die Digitalisierung ist voll angekommen in der Investor Relations.

IR-Websites und digitale Geschäftsberichte sind mittlerweile Standard. Auch der Einsatz digitaler Verbreitungswege für Unternehmensmitteilungen ist nicht mehr wegzudenken. Verbesserte Techniken und Bandbreiten bringen aber neue Trends hervor: aktuell sehen wir eine verstärkte Nachfrage nach Webcasts oder komplett virtuellen Events (beispielsweise als Ersatz zur Präsenz-HV).

Am stärksten aber werden Big Data und künstliche Intelligenz die Investor Relations prägen. Denn Emittenten wollen mehr über Investoren wissen. Big Data kann Informationen in großem Umfang liefern. Dieses Datenpotenzial werden IR Tools künftig stärker nutzen. Künstliche Intelligenz-Mechanismen ermöglichen es dann, Investoren im Web zu erkennen und zielgerichtet anzusprechen. Hier werden wir einen großen Sprung erleben.

Gleichzeitig wird Investor Relations auf Effizienz getrimmt. Clever eingesetzt kann Digitalisierung die Arbeit von IR Managern leichter machen. Vieles wandert dabei in die Cloud. So wird IR auch mobil und alle Arbeitsschritte werden verknüpft. Am Ende werden sich komplette IR-Ökosysteme ergeben, wie wir sie auch von Smartphones kennen. Unser COCKPIT ist solch ein System. Und wir arbeiten schon jetzt daran, die Trends von morgen zu implementieren.

2. Regulierung: Die stetige Forderung nach Transparenz

2017 wird der Trend zur Regulierung der Finanzmärkte weiter zunehmen. Europa beispielsweise hat in 2016 mit der Market Abuse Regulation (MAR) die Zügel nochmals kräftig angezogen. Auch in vielen anderen Regionen ist ein Trend zu mehr Regulierungen zu erkennen. Denn im Kampf um internationale Investoren bleibt festzuhalten, dass diese Transparenz und Sicherheiten fordern. Auch die Regulatoren und Börsen nehmen diese Forderungen auf. Wir sehen das beispielsweise im Nahen Osten, wo die EQS Group in 2016 einen Standort eröffnet hat. Dort öffnen sich die Unternehmen jetzt zunehmend für internationale Kapitalgeber. Dadurch bewegt sich der Markt sehr stark.

3. Globalisierung: Think Global

Investoren sind also mittlerweile weltweit auf der Suche nach Investments. Die oben genannte Digitalisierung erleichtert dabei die Informationsbeschaffung. Die Internationalisierung wird deshalb weiter zunehmen.

Was bisher also nur für Blue Chips galt, wird immer mehr Emittenten betreffen: IR-Strategien müssen global aufgestellt sein. Es ist nicht mehr ausreichend, sich nur inländischen Investoren zu präsentieren.

Besonders in den Vereinigten Staaten sehen wir, dass Cross Border-Themen eine immer höhere Bedeutung bekommen. Aber auch in Europa und Asien wachsen Finanzmärkte enger zusammen.

Die IR muss sich diesen neuen Anforderungen stellen. Internationales Denken ist gefragt. Das ist mit einer mehrsprachigen IR-Website nicht getan. Die gesamte Kommunikation muss international ausgerichtet sein. War eine globale IR-Strategie bislang oft nur eine Ausnahme, dürfte diese für viele Unternehmen schon bald zum Standard werden. Um das zu bewältigen, bedarf es effizienter Lösungen. Womit wir wieder bei der Digitalisierung wären…

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