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    4 Fragen an Roberto Brunazzi (Baloise Group)

    Roberto Brunazzi, Mediensprecher der Baloise Group, erklärt, wie die Digitalisierung das Versicherungsgeschäft und die Unternehmenskommunikation verändert.

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    Roberto Brunazzi, Sie schreiben: «Mit der strategischen Ausrichtung ‘Simply Safe’ lanciert die Baloise ihre Neuausrichtung und die Ziele bis 2021. Damit avanciert die Baloise im sich wandelnden Versicherungsumfeld zu einem innovativen Anbieter von Lösungen, der sein Kerngeschäft erweitert und über das traditionelle Versicherungsgeschäft hinausgeht. Im Kern der neuen Strategie liegt der Fokus auf den Kunden.» Wie genau profitieren die Kunden von diesem neuen Ansatz?

    Roberto Brunazzi: Versicherungen zeichneten sich in der Vergangenheit nicht unbedingt durch Einfachheit und Kundenorientierung aus. Dienstleister aus anderen Branchen, beispielsweise Amazon, Spotify oder Uber, haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich das Kundenverhalten und die Ansprüche verändert haben. Der Service muss dann erbracht werden, wenn der Kunde ihn haben möchte und dann auch möglichst einfach in der Art und Weise der Interaktion. Mit "Simply Safe" tragen wir diesen neuen Kundenansprüchen Rechnung. Wir experimentieren mit neuen Versicherungsmodellen wie "Pay what you Drive", die kilometergenaue Abrechnung, die mit nur wenigen Klicks abschliessbar ist. Zudem investieren wir in Plattformgeschäfte wie das Umzugs-Startup MOVU in der Schweiz sowie in die Prävention. Als Versicherung wollen wir so zukünftig noch stärker integrierter Bestandteil des Alltags unserer Kunden sein.

    Wie werden die Kommunikationsaktivitäten der Baloise Group von der laufenden Digitalisierung und der Entwicklung der elektronischen Sozialen Medien herausgefordert?

    Roberto Brunazzi: Die Geschwindigkeit in der Kommunikation hat sich verändert und natürlich auch die Masse an zu bedienenden Kanälen und Personen. Die Anzahl an aktuellen und potenziellen Anspruchspersonen ist somit viel grösser geworden. Das erschwert den kontinuierlichen Austausch. Häufig hat man es nur noch punktuell mit Medienschaffenden zu tun. Dadurch bleibt die wichtige Kontinuität im Austausch manchmal etwas auf der Strecke. Was sich auch verändert hat, ist die Frequenz der Kommunikation. Wir kommunizieren heute viel häufiger und kanalspezifischer. Früher waren es maximal zwei Dutzend Medienmitteilungen pro Jahr. Über alle Kanäle hinweg hat sich der Output wohl verzehnfacht. Wichtig ist hierbei: Der enge Austausch zwischen der externen Kommunikation mit anderen nach aussen kommunizierenden Abteilungen, wie beispielsweise mit der Personalabteilung im Bereich des Employer Branding, muss sichergestellt sein.

    Für unsere karrierebewussten Leserinnen und Leser aus der Kommunikationsgemeinde: Welche Voraussetzungen muss man aus Ihrer Sicht mitbringen, damit man in einem traditionellen internationalen Schweizer Unternehmen wie der Baloise Group ein exzellenter Mediensprecher sein kann?

    Roberto Brunazzi: Für mich sind drei Dinge entscheidend: Erstens, ein starkes Netzwerk, einerseits extern zu den Medienschaffenden, aber vor allem auch intern zu den Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen und dem Management. Nur wer breit abgestützt und vernetzt ist, bekommt schnell genug interessante Antworten sowie Einblick in spannende Geschichten und Personen, die man dann nach aussen vermitteln kann. Zweitens ist auch das ganzheitliche Interesse für das Geschäft und die Strategie des Unternehmens sehr wichtig. Nur wer die Zusammenhänge versteht, kann gute Kommunikation machen, sonst bleibt nur das klassische PR-Blabla übrig, das heutzutage verpönt ist und keine Aufmerksamkeit mehr generiert. Drittens braucht es das Selbstverständnis der Funktion: Die Medienstelle ist ein Dienstleister. Medienschaffende sind Partner und Kunden, entsprechend sollten sie auch bedient werden. Dies auch dann, wenn die Anfragen kritischer Natur sind.

    Zuletzt noch eine Frage zur Zukunft des Versicherungsgeschäfts: Wie werden sich die gemäss dem Modell von Amazon entwickelten Online-Versicherungsmarktplätze wie Simpego entwickeln?

    Roberto Brunazzi: Simpego ist ein super Beispiel, um diese Frage zu beantworten, zumal wir Partner dieser Plattform sind: Wir sehen die Zukunft des Versicherungsgeschäfts tatsächlich nicht mehr im Angebot isolierter Versicherungsdienstleistungen, sondern in digitalen Plattformen, die Versicherungsprodukte bedürfnisgerecht anbieten. Dann bekommt der Kunde nämlich den Versicherungsschutz genau in der von ihm gefragten Zeitspanne und in der von ihm gewünschten Form. Als Versicherer wird man so automatisch Teil eines grösseren Ökosystems. Mit MOVU haben wir die grösste digitale Umzugsplattform in der Schweiz gekauft. Zieht der Kunde mit MOVU um, ist der Versicherungsschutz des Umzugs automatisch gegeben. Der Kunde kann mit wenigen Klicks seinen ganzen Hausrat versichern. So einfach und kundenorientiert geht das.


    Roberto Brunazzi Baloise GroupRoberto Brunazzi ist im Januar 2017 zum Mediensprecher der Baloise Group ernannt worden. Der Master in Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Soziologie der Universität Basel hat seine Berufskarriere bei der Baloise Group schon im Februar 2012 als Hochschulpraktikant der Medienstelle begonnen. Von Oktober 2008 bis zum Uniabschluss Ende 2011 war er als Tutor und Hilfsassistent des Instituts für Medienwissenschaft der Universität Basel tätig.

     


    Disclaimer: Die Baloise Group nutzt das EQS Newswire zum Versand von Ad-hoc-Mitteilungen sowie zur PR-Kommunikation.

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    Released:
    May 29, 2018
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    Updated:
    May 29, 2018